Projektbeschreibung

Produktivitätssteigerung in der Aus- und Weiterbildung durch Service Engineering

Ausgangssituation

Dienstleistungen, insbesondere wissensintensive Berufe, sind dazu geeignet, inländische Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Hierfür ist lebenslanges Lernens und somit auch die Dienstleistung Weiterbildung essentiell. Der Dienstleistungsmarkt für berufliche Weiterbildung wird auf 26,5 Mrd. Euro taxiert (BMWI 2008), im Jahr 2005 haben 69% der deutschen Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen angeboten (Statistisches Bundesamt 2007). Zugleich ist jedoch festzustellen, dass nicht einmal ein Drittel der Unternehmen die Vermittlung der angestrebten Qualifikationen bei den Teilnehmern von Maßnahmen testet und nur gut 25% die Auswirkungen der Qualifizierungsvorhaben auf die Arbeitsergebnisse messen. Dabei würden viele Unternehmen mehr Geld in Weiterbildung investieren, wenn deren Erfolg für die berufliche Praxis messbar wäre (DIHK 2005). Dies verdeutlicht den spezifischen Bedarf der Unternehmen nach neuen Möglichkeiten, den Wert von Weiterbildungsmaßnahmen zu erfassen und zu steigern.


Projektziel

Integriertes Lernen (Blended Learning) bietet Potenziale zur Kostenersparnis durch Teilstandardisierung von Weiterbildungsmodulen sowie zur Qualitätssteigerung durch verstärkte Individualisierung. Es fehlt jedoch an einer produktivitätsorientierten Service Engineering Methodik für Weiterbildungsdienstleistungen. Diese Forschungslücke zu schließen ist die Zielstellung des Forschungsvorhabens ProduSE (PRODuctivity enhancement in education through Service Engineering). Geplant ist ein Kasseler Blended Learning Konzept, welches einen möglichst produktiven Einsatz von Blended Learning durch konkrete Modelle und Methoden vorbereitet und ermöglicht. Das Projekt untersucht in einem disziplinenübergreifenden Ansatz vor allem den pädagogisch sinnvollen Einsatz von Service Engineering Ansätzen sowie den Einsatz von Informations- und Kommunikations-technologien unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Nutzung der Methoden des Service Engineerings ermöglichen die Modularisierung des Lehrerbringungsprozess und die Optimierung des In- sowie Outputs der Lehr-Lern-Arrangements.


Realisierung

Basierend auf einer Ist-Analyse des aktuellen Stands zur Produktivität von Weiterbildungsdienstleistungen in Theorie und betrieblicher Realität / Empirie werden im Projekt ProduSE Methoden und Modellen zur Produktivitätssteigerung im Bereich Blended Learning in der Weiterbildung entwickelt. Die Ergebnisse werden in einem produktivitätssteigernden Kasseler Blended Learning Konzept integriert. Konfiguration von Software-Werkzeugen dient der schnellen sowie individuellen Umsetzung des Konzepts in der Praxis. Die geplanten betrieblichen Anwendungen und Evaluationen in Pilotstudien finden dabei gezielt in und für kleine und mittlere Unternehmen statt.


Nutzen

Die entwickelten Methoden und Lösungen sollen durch die  Entwicklung und Erprobung (Pilotierung) neuer Gestaltungsansätze und Instrumente für Weiterbildungsdienstleistungen insbesondere für KMU einen hohen Nutzen aufweisen. Zu erwarten sind signifikante Beiträge zur Stärkung der Marktposition der deutschen Weiterbildungswirtschaft durch praxistaugliche, produktivitätssteigernde Instrumente. Zudem soll das Projekt helfen, Lücken in der Dienstleistungsforschung durch Übertragung, Anpassung und Bewertung von Methoden des Service Engineering auf Weiterbildungsdienstleistungen zu schließen sowie relevante Instrumente zur Produktivitätsmessung und –gestaltung zu entwickeln.


Projektbeteiligte


Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung unter der Projektträgerschaft des DLR
Förderkennzeichen der Universität Kassel: 01FL10043

Ansprechpartner

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister
Philipp Bitzer